Alles zu den Vielseitigkeitspferden des Jahrgangs 2017 - BuCha der 5-jährigen



04.09.2022  -  KK

 

Jahrgang 2017: Cascoblanco mit der besten Geländeleistung neuer Champion


Als sei es Dramaturgie gewesen, starteten Cascoblanco und Pia Münker als letztes Paar in die Geländestrecke und fingen quasi mit dem letzten Sprung Sturmpfeil und Jérôme Robine noch ab. Mit in der ersten Reihe bei der Siegerehrung standen Isselhook’s Outstanding und Sophie Leube. Vierzehn Paare beendeten das Finale in der Wertung, zwölf wurden platziert.

Die Starterliste wollte es, dass drei der vier besten Paare nach dem Springen den Schlusspunkt hinter einen spannenden Geländeteil legen sollten. Bevor sich Cascoblanco und Pia Münker auf die 1.600 Meter lange Cross-Runde begaben, hatten die Richter ob der überdurchschnittlichen Leistungen einiger Paare bereits fünf Mal Wertnoten von 9 oder höher ausgeteilt. Damit war klar, dass für die Absicherung des dritten Platzes aus der Vorbewertung aus Dressur und Springen ebenfalls ein sehr guter Ritt notwendig wurde. Selbst eine Wiederholung der 8,60 vom Donnerstag hätte in der Endabrechnung den sechsten Platz bedeutet.


Cascoblanco
Holsteiner-Wallach *2017 von Cascadello I x Sir Shostakovich xx; Züchter: Manfred Johannsen; Besitzer: Gestüt Fohlenhof; Reiterin: Pia Münker

8,50 in der Dressur
7,80 im Springen

9,50 für den Galopp und das Galoppiervermögen
10,0 für den Sprung und das Verhalten am Sprung (zählt doppelt für die Geländenote)
9,50 für die Rittigkeit
9,50 für den Gesamteindruck und den Typ als Vielseitigkeitspferd

Sieger und neuer Bundeschampion mit 39,60 Punkten (Faktoren = Dr : Spr : Gel > 1,00 : 1,50 : 2,00)

„Das war schon außergewöhnlich“ begann der Ex-Bundestrainer Hans Melzer seine Kommentierung nach der Vorstellung von Cascoblanco, der von Pia Münker hervorragend in Szene gesetzt worden war. "Immer schön bergauf, elastisch groß galoppierend“ war das Argument für die Teilnote 9,50 in diesem Bereich. Keine der drei anderen Einzelnoten unterschritt diesen Wert, für das Verhalten am Sprung fiel sogar die zehn. Am Ende war es genau diese Einzelnote, die dazu noch doppelt gewertet wurde, die den Ausschlag für den neuen Champion gab.

„Ich bin einfach überwältigt. Ich glaube, ich muss zu dem Pferd eigentlich nichts sagen, es ist einfach ein Wahnsinnspferd“ ließ Pia vor der Siegerehrung einen kleinen Einblick in ihren Gemütszustand zu. „Er gibt einfach immer 150 Prozent. Das hier im Finale war einfach nur ein geiles Gefühl. Er hat so angepackt, wie ich es mir erhofft habe und er macht natürlich einen phänomenal guten Sprung. Es hat nur Freude gemacht, dieses Pferd zu reiten.“

Gefragt nach den Siegchancen, die sie sich eventuell vorher ausgerechnet habe: „Mit dem Sieg habe ich eigentlich nicht gerechnet. Ich wusste, dass ich ein sehr, sehr gutes Pferd habe, aber ich kenne auch das Bundeschampionat, das auch immer ein bisschen seine eigenen Gesetze hat. Ich war schon mit der Dressur und dem Springen super gut zufrieden. Leider hatten wir gestern am letzten Sprung diesen Fehler, aber er sprang auch gestern fantastisch. Und mit dieser Geländerunde hat er nochmal das i-Tüpfelchen drauf gesetzt. Das ist der Hammer, das Pferd ist so gigantisch.“



Sturmpfeil
Trakehner-Hengst *2017 von Under Fire x Sixtus; Z: Familie Blömer; B: Sportpferde Kurbel;  R: Jérôme Robine

8,80 in der Dressur
8,10 im Springen

9,50 für den Galopp und das Galoppiervermögen
9,00 für den Sprung und das Verhalten am Sprung
9,50 für die Rittigkeit
9,00 für den Gesamteindruck und den Typ als Vielseitigkeitspferd

2. Sieger und Vize-Bundeschampion mit 39,35 Punkten

Eigentlich lag die Schärpe für Sturmpfeil schon bereit. Eigentlich. Mit Jérôme Robine hatte er am Donnerstag mit 9,30 Punkten die höchste Benotung erhalten, war am Samstag in der Dressur bestbewertet und konnte mit einer 8,10 im Springen seine Spitzenposition verteidigen.

Hans Melzer: „Ein sehr modernes Pferd und für einen Fünfjährigen körperlich und auch von der Rittigkeit her sehr gut. Ein Pferd, das wirklich leichtfüßig galoppiert, immer schön geschlossen und in der Balance ist.“ Mit der 9,20 blieben die Richter nur ganz knapp unter der Bewertung in der Qualifikation.  Für heute war es bis dahin die Höchstnote, die aber auch schon Porto Cristo B und Dream Worker erhalten hatten. In der Addition aller Teilnoten bedeutet dieses Ergebnis die neue Führung.

„Das Pferd hat auf jeden Fall an diesem Wochenende gewonnen“ meinte Jérôme später auf dem Abreiteplatz. „Er hat alles richtig gemacht. Die Dressur war für einen Fünfjährigen überragend konstant, das Springen genauso und heute hat er, wie schon Donnerstag, alles richtig gemacht. Besser kann es ein Fünfjähriger nicht machen und der Rest ist dann eine Richterentscheidung. Wir könnten mit ihm nicht besser zufrieden sein.“ Jörg Kurbel als Besitzer ergänzte: „Das war eine tolle Leistung von Donnerstag an. Wir haben durchweg Top-Sport gesehen, es ist ein sehr starker Jahrgang, das habe ich lange nicht gesehen.“



Isselhook’s Outstanding
Trakehner-Wallach *2017 von Aderator x Latimer; Z: Frank Weißkirchen; B: Gestüt Isselhook, Frank und Inge Weißkirchen; R: Sophie Leube

8,00 in der Dressur
8,60 im Springen

9,00 für den Galopp und das Galoppiervermögen
9,00 für den Sprung und das Verhalten am Sprung (zählt doppelt für die Geländenote)
9,00 für die Rittigkeit
9,00 für den Gesamteindruck und den Typ als Vielseitigkeitspferd

3. Sieger und die Bronzemedaille mit 38,90 Punkten

Mit einer sehr ausgeglichenen Leistung sicherten sich Isselhook’s Outstanding und Sophie Leube die Bronzemedaille. Sie waren eines der 9er-Paare am heutigen Tage.

„Es macht so viel Spaß, die jungen Pferde auszubilden und wenn sie dann so über sich hinauswachsen, auch weil man hier jedes Mal denkt, das ist schon ganz schön schwer und ganz schön viel Kulisse, kriegt man Gänsehaut.“

Am Donnerstag hatten sich beide nur ganz knapp für das Finale qualifiziert. Auf die Unterschiede zwischen beiden Runden angesprochen meinte Sophie: „Ich fand es ähnlich, ich fand ihn schon in der ersten Runde toll. Vielleicht war er heute noch lässiger und konnte, dadurch, dass es jetzt noch etwas höher und anspruchsvoller war, noch mehr seine Qualitäten ausspielen. Er hat ja gestern schon gezeigt, dass er echt springen kann.“

Hans Melzer fasste die Leistung so zusammen: „… mit einer sehr elastischen Galoppade, immer schön über den Rücken. Fleißig galoppierend, immer an den Hilfen - für uns war das eine sehr gute Galoppade. Das Springen ging ebenfalls sehr gut durch den Körper, immer mit schöner Rückentätigkeit, gut abfußend. und immer sicher in der Anlehnung. Auch die Rittigkeit war gut. Die Reiterin konnte vor und zurück und das Pferd wehrte sich nicht gegen die Hand.“


Porto Cristo B

Hannoveraner-Wallach *2017 von Perigueux x Lamberk; Z: Andreas Habben; B: Andrea Baumgarten; R: Stephan Dubsky

7,60 in der Dressur
8,20 im Springen
9,20 im Gelände

4. mit 38,30 Punkten

Dream Worker

Hannoveraner-Wallach *2017 von Diacontinus  x Contendro I; Z und B: Carsten Nancken; R: Fouaad Mirza

7,70 in der Dressur
7,90 im Springen
9,20 im Gelände

5. mit 37,95 Punkten

Hanami

Westfalen-Stute *2017 von Hambacher x Cascadello I; Z und B: Gestüt Fohlenhof; R: Pia Münker

8,40 in der Dressur
7,50 im Springen
9,00 im Gelände

6. mit 37,65 Punkten


Viva L’Amour

Hannoveraner-Stute *2017 von Valentino x Heraldik xx, Z: Heinz-Dieter Kullmann; B: Gabriele Marzahl; R: Nadine Marzahl

7,40 in der Dressur
8,00 im Springen
8,90 im Gelände

7. mit 37,20 Punkten

Zuccini MN

Holsteiner-Wallach *2017 von Zuccero x Cassini I; Z: Marko Neeth; B: Staade von Paepcke Eventing Horses GbR; R: Ben Leuwer

8,10 in der Dressur
7,00 im Springen
8,70 im Gelände

8. mit 36,00 Punkten

Bentley

Holsteiner Wallach *2017 von Brantzau x Cascadello I; Z: Stefan Ratajczak; B: Katrin Herrling; R: Dorothea Feld

7,80 in der Dressur
6,90 im Springen
8,10 im Gelände

9. mit 34,35 Punkten


Polaris

Trakehner-Wallach *2017 von Aderator x Kasparow; Z: Imke Eppers; B: Michael Schneider; R: Jérôme Robine

7,60 in der Dressur
6,90 im Springen
8,00 im Gelände

10. mit 33,95 Punkten

Vis la Vie Bce

Hannoveraner-Waller *2017 von Viscount x Continue; Z: Bernhard Ernst; B und R: Cedric Alvaro Ernst

6,10 in der Dressur
7,80 im Springen
7,90 im Gelände

11. mit 33,60 Punkten

Debbi

Hannoveraner-Stute *2017 von Damsey x Lauries Crusador xx; Z: Eibe Johanns; B: Ralf-Peter Lehmann; R: Katharina Schedel

6,90 in der Dressur
6,70 im Springen
8,10 im Gelände

12. mit 33,15 Punkten


Cooper

OS-Wallach *2017 von Comilfo Plus Z x Caretino 2; Z: Andrij Milovanov; B und R: Jan Büsch

6,70 in der Dressur
6,20 im Springen
8,30 im Gelände

unplatziert mit 32,60 Punkten

Gentle WillowBee H

Hannoveraner-Wallach *2017 von Gentleman x White Star; Z: Eventerzucht Hansen; B: Swantje und Markus  Hansen; R: Antonia von Baath

7,90 in der Dressur
4,00 im Springen
8,30 im Gelände

unplatziert mit 30,50 Punkten


Das erfolgreiche Trio: Pia Münker, Cascoblanco und sein Besitzer Prof. Bernd Heicke

04.09.2022  -  KK

Adhoc aus Warendorf: Cascoblanco ist der neue Vielseitigkeitschampion der 5-jährigen Pferde

In einem wahren Herzschlagfinale setzten sich Cascoblanco und Pia Münker als letzte Starter durch. Der Vizetitel geht an Sturmpfeil und Jérôme Robine, die Bronzemedaille erhielten Isselhook’s Outstanding und Sophie Leube.

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!



03.09.2022  -  KK

Jahrgang 2017: Hinter Sturmpfeil sind die Karten neu gemischt

Bereits nach der Dressur hatten Sturmpfeil / Jérôme Robine die Rangierung angeführt und gehen nach der Vorstellung im Parcours mit der höchsten Punktzahl in das morgige Gelände. Mit nur einem minimalen Abstand folgen Isselhook’s Outstandig / Sophie Leube sowie Cascoblanco / Pia Münker. Vor der dritten Wertungsprüfung sind noch 15 Paare im Wettbewerb.


Sturmpfeil
Trakehner-Hengst *2017 von Under Fire x Sixtus; Züchter: Familie Blömer; Besitzer: Sportpferde Kurbel;  Reiter: Jérôme Robine

„Wir haben ein interessantes Pferd gesehen, mit tollen Qualitäten die er mitbringt in allen drei Grundgangarten“ attestierte Richter Thies Kaspareit dem nun Top-Favoriten Sturmpfeil, der bereits am Donnerstag die Finalqualifikation auf dem Geländeplatz gewonnen hatte. In der weiteren Kommentierung war dann die Rede von der soliden Ausbildung, der guten Durchlässigkeit, einem elastischen Trab mit guter Schubentwicklung, einem raumgreifenden und fleißigen Schritt und einem guten Galopp in einem sicheren Dreitakt und Gleichgewicht. Nach den 8,80 Punkten am Vormittag vergaben die Richter für die Parcoursleistung die Wertnote 8,10. In der Championatswertung wird das Springergebnis mit 1,5 multipliziert, so dass Sturmpfeil mit 20,95 Punkten aktuell die Rangierung anführt.

Sturmpfeil in der Dressur

8,80 in der Dressur
8,10 im Springen

1. mit 20,95 Punkten



Isselhook’s Outstanding
Trakehner-Wallach *2017 von Aderator x Latimer; Z: Frank Weißkirchen; B: Gestüt Isselhook, Frank und Inge Weißkirchen; R: Sophie Leube

8,00 in der Dressur
8,60 im Springen

2. mit 20,90 Punkten

Die mit Abstand beste Springbewertung erhielt Isselhook’s Outstanding mit 8,60 Punkten. Peter Teeuwen als Kommentator meinte, er habe einen Ritt gesehen „… wie an der Schnur gezogen, wobei das Pferd immer sicher an den Hilfen der Reiterin war… .“ Zusammen mit den 8,00 Punkten aus der Dressur stehen nun 20,90 Punkte auf dem Konto.
Der Isselhook’s Outstanding-Vater Adorator von Cedrus x Agar wurde einst von Jens Hoffrogge geritten und war siegreich in Geländepferde- und Dressurpferdeprüfungen sowie international bis CIC*, seine Platzierungserfolge reichen bis zu Springpferde-M. In diesem Jahr sammelte Adorator mit Anna-Lena Hauck bereits über zwanzig Platzierungen in ländlichen Dressur- und Springprüfungen. Sein einziger in Deutschland gekörter Sohn Blancor (*2017; aus einer Mutter von Suchard) hat bereits Spring- und Geländepferdeprüfungen gewonnen und wurde am Donnerstag auf dem Warendorfer Geländeplatz mit einer 7,80 bewertet. Ein weiterer Adorator-Sohn ist Polaris, der in dieser Prüfung aktuell mit Jérôme Robine auf dem 10. Platz steht.

Ein zwei Jahre älterer mütterlicher (Original Blue von Latimer x Honeur x Solo xx) Halbbruder ist im A-Vielseitigkeitsbereich erfolgreich. Der Muttervater Latimer war im Dressursport siegreich bis zur Klasse S, sein in der Vielseitigkeit bekanntester Nachkomme ist Löwenstein, der unter Martina Reemtsma in jungen Jahren beim Bundeschampionat in der Finalqualifikation platziert war und später bis CIC** gewonnen hat.


Cascoblanco
Holsteiner-Wallach *2017 von Cascadello I x Sir Shostakovich xx; Z: Manfred Johannsen; B: Gestüt Fohlenhof; R: Pia Münker

8,50 in der Dressur
7,80 im Springen

3. mit 20,20 Punkten

Den zweiten Platz nach der Dressurprüfung (8,50) gab Cascoblanco am letzten Hindernis im Parcours ab. Die oberste Stange des dunklen Steilsprungs rollte aus den Auflagen, und aus den bereits notierten - Peter Teeuwen in seinem Kommentar- 8,30 Punkten wurden 7,80. So wurde aus dem Gleichstand mit Sturmpfeil eine 20,20 und der dritte Rang. Auf dem Viereck haben dem Richtertrio besonders die beeindruckenden Grundgangarten gefallen, auf dem Springplatz das kraftvolle Abfußen und die Balance am Sprung.
Der Cascoblanco-Vater Cascadello I von Casall x Clearway war bereits am Donnerstag bei den platzierten 5-jährigen Vielseitigkeitspferden als dreifacher Muttervater aufgefallen: Die mittlerweile über 1.000 Nachkommen des Cascadello I hatten bis Ende 2021 mehr als 200.000 € auf den Gewinngeldkonten angesammelt, größtenteils im Parcours. Die erfolgreichsten Busch-Nachkommen sind Cinnamon Red / Josephine Schnaufer-Völkel (platziert bis CCI-3*), über den der Ex-Bundestrainer Hans Melzer im letzten Monat meinte: „… der beste deutsche 8-jährige in der Vielseitigkeit...“  und Chiara d’Amour / Jana Lehmkuhl, die im Juni 6. der Deutschen Meisterschaft der Jungen Reiter wurden und Ende Juli 10. der Europameisterschaft in Hartpury (GBR).

Die Cascoblanco-Mutter Lamina (von Sir Shostakovich xx x Corrado I; Züchter: Anke und Manfred Johannsen) war unter Inken Johannsen (heute: Gräfin von Platen-Hallermund) hocherfolgreich im Vielseitigkeitssport, bis CCI-4*-L (nach dem alten System CCI***) platziert und bei den Spezialisten im Parcours bis zur Klasse M siegreich. Weitere sechs direkte Nachkommen der Lamina sind bzw. waren überwiegend in Springparcours unterwegs. Coco Chanel von Contender war mit Felix Etzel bis CIC** platziert, Haptika von Baracuda ist mit Nane Nikolaus Dehn bis A-Vielseitigkeit, CCI-1*-Intro und Geländepferde-L unterwegs. Laminas Enkel Coruscant (von Connor) ist Holsteiner Reservesieger der Körung 2013 und wurde später in den USA eingesetzt. Weitere gekörte Hengste aus diesem Holsteiner-Stamm 569 sind Liguster (von Landsturm) und L’Amour (von Ladykiller xx).


Porto Cristo B
Hannoveraner-Wallach *2017 von Perigueux x Lamberk; Z: Andreas Habben; B: Andrea Baumgarten; R: Stephan Dubsky

7,60 in der Dressur
8,20 im Springen

4. mit 19,90 Punkten

Hanami
Westfalen-Stute *2017 von Hambacher x Cascadello I; Z und B: Gestüt Fohlenhof; R: Pia Münker

8,40 in der Dressur
7,50 im Springen

5. mit 19,65 Punkten

Dream Worker
Hannoveraner-Wallach *2017 von Diacontinus  x Contendro I; Z und B: Carsten Nancken; R: Fouaad Mirza

7,70 in der Dressur
7,90 im Springen

6. mit 19,55 Punkten


Viva L’Amour
Hannoveraner-Stute *2017 von Valentino x Heraldik xx, Z: Heinz-Dieter Kullmann; B: Gabriele Marzahl; R: Nadine Marzahl

7,40 in der Dressur
8,00 im Springen

7. mit 19,40 Punkten

Zuccini MN
Holsteiner-Wallach *2017 von Zuccero x Cassini I; Z: Marko Neeth; B: Staade von Paepcke Eventing Horses GbR; R: Ben Leuwer

8,10 in der Dressur
7,00 im Springen

8. mit 18,60 Punkten

Bentley
Holsteiner Wallach *2017 von Brantzau x Cascadello I; Z: Stefan Ratajczak; B: Katrin Herrling; R: Dorothea Feld

7,80 in der Dressur
6,90 im Springen

9. mit 18,15 Punkten



Polaris
Trakehner-Wallach *2017 von Aderator x Kasparow; Z: Imke Eppers; B: Michael Schneider; R: Jérôme Robine

7,60 in der Dressur
6,90 im Springen

10. mit 17,95 Punkten

Quellen der Recherche: FN, FEI, Horsetelex und das E-I-Archiv



01.09.2022  -  Sabine Brandt & Klaus Kurk

Drei Sieger bei der Finalqualifikation der 2017 geborenen Vielseitigkeitspferde in Warendorf

Sturmpfeil / Jérôme Robine, Best Buddy / Anna Lena Schaaf und Dream Worker / Fouaad Mirza waren heute die ersten Sieger auf dem DOKR-Platz in Warendorf und qualifizierten sich mit 15 weitern 5-jährigen Nachwuchspferden für das Finale am Samstag (Dressur und Springen) und Sonntag (Gelände).


Sturmpfeil
Trakehner-Hengst *2017 von Under Fire x Sixtus; Züchter: Familie Blömer; Besitzer: Sportpferde Kurbel;  Reiter: Jérôme Robine

In der ersten Abteilung der 1.400 Meter langen Geländepferdeprüfung der Klasse A** wurden Sturmpfeil und Jérôme Robine von Edith Schless-Beine, Dietmar Hogrefe sowie Thies Kaspareit mit 9,30 Punkten bestbewertet.
Der Trakehner Hengst Sturmpfeil von Under Fire x Sixtus ist aus einem reinen Vollblutstamm gezogen und kommt mit einem Vollblutanteil von knapp 45 Prozent daher. Benny the Dipe xx und der Fährhofer Championdeckhengst Lomitas xx, dem Monty Roberts einst die Startmaschine nahe brachte, lauten die Mutterväter in dritter und vierter Generation. Vater Under Fire von Saint Cyr x Easy Game ist aktuell erfolgreich in Dressurprüfungen der Klasse M, der im Februar im hohen Alter von 33 Jahren verstorbene Hörsteiner Grossvater Sixtus steuert den springbetonten Einfluss bei.

Sturmpfeil als 2-jähriger beim Spezial-Körvorbereitungstraining in der Ostsee  -  Danke an Jörg Kurbel , dass wir das Bild nutzen dürfen

Virtuell machte Sturmpfeil erstmals im Vorfeld seiner Körung mit spektakulären Aufnahmen frei trabend als Handpferd in der vorpommerschen Ostsee auf sich aufmerksam - ein selten erlebtes Highlight, das Züchterfamilie Blömer ihrem jungen Hengst da in idealer Körvorbereitung bescherte!                                                   31 Stuten beglückte Sturmpfeil bereits in seinem ersten Deckjahr 2020, 22 waren es 2021, in der aktuellen Saison stand dann der sportliche Einsatz im Vordergrund. Tiefgefroren war der Hengst jedoch auch in diesem Jahr noch 12 mal im Einsatz, davon gingen ganze zehn Portionen ins polnische Trakehnergestüt Liski, wie Jörg Kurbel zurecht mit Stolz berichtet. Üblicherweise importieren deutsche Trakehner-Buschpferdezüchter springsportliche Genetik aus Polen - mit Sturmpfeil geht der Weg einmal andersherum und das ist uns gern eine Zeile wert!

Jérôme Robine zu seiner Zeit mit Sturmpfeil: „Jörg Kurbel ist mein alter Trainer. Als ich ihn im letzten Jahr zu Weihnachten besucht habe, meinte er, setz‘ dich mal drauf, vielleicht ist das ein Pferd für dich. Hab‘ ich gemacht - hat Spaß gemacht. Und so kam es dann, dass er im Februar zu mir in den Stall kam. Und dann ging die Reise los. Er war schon kontinuierlich geritten worden, so dass ich gleich loslegen konnte.“ Die gemeinsame Reise brachte im Vorfeld des Bundeschampionats bereits je einen Sieg in einer Geländepferde L, Springpferde A und einer Kombinierten A-Prüfung sowie weitere Schleifen in Gelände- und Vielseitigkeitsprüfungen auf dem A-Level.


Best Buddy
Hannoveraner -Wallach  *2017 von Blockbuster x Cascadello I; Z: Gerd Neukäter, B: Ilka Schaaf; R: Anna Lena Schaaf, die Enkelin des Züchters und Tochter der Besitzerin


Best Buddy / Anna Lena Schaaf ist ein Teil des Sieger-Duos in der zweiten Abteilung. Mit 9,00 Punkten kamen sie aus dem von Karl-Heinz Nothofer konzipierten Kurs zurück.
Blockbuster als Best Buddy-Erzeuger vereint über seinen Vater Balous Bellini von Balou du Rouet die Gene von Alme, Lord, des Cor de la Bryere-Vaters Rantzau xx und über Contender auch Corde direkt. Auf der Mutter-Seite des Pedigrees tummeln sich mit Cornet Obolensky, Calypso II und Ramiro Z weitere Spring-Granden.
Die Mutter Carlotta *2014 ist siegreich bis L-Dressur und M-Springen und M-Springpferde, Best Buddy ist ihr erster bei der FN registrierter Nachkomme. In vier Generationen taucht der Name Gerd Neukäter als Züchter auf. Cascadello I als Muttervater stellen wir bei Bentley näher vor. Im letzten Jahr war Best Buddy in sein Turnierpferd-Leben gestartet. Mittlerweile stehen bereits Siege und Platzierungen in Geländepferdeprüfungen der Klassen A und L, Dressur- und Springpferdeprüfungen  sowie einer Vielseitigkeit im A-Bereich auf seiner Erfolgsliste.


Dream Worker
Hannoveraner-Wallach *2017 von Diacontinus  x Contendro I; Z und B: Carsten Nancken; R: Fouaad Mirza


Co-Sieger in der zweiten Abteilung wurden Dream Worker / Fouraad Mirza. Der dunkle Schimmel ist ein Pferd für den zweiten Blick. Ausgesprochen linienbetont und etwas schlacksig sieht man ihm den Vater Diacontinus nicht unbedingt an. Und doch verkörpert er die Qualitäten des populären Celler Landbeschälers mit Einstellung und Herz! Mutter Cascaya von Contendro verfügt über eine Lebensgewinnsumme  von 2.300 Euro aus zahlreichen Erfolgen bis 2*M. Großmutter Evi vom Celler Landbeschäler Espri (Vater von Hugo Simons E.T. FRH), verzeichnet sechs sporterfolgreiche Nachkommen und ist u.a. Vollschwester zu Esperanto (USA / FEI 1,50). Der hannoversche Stamm wird über viele Generationen gepflegt im Hause Nancken und hat neben zahlreichen Sportpferden auch gekörte Hengste hervorgebracht, darunter in Hannover World Man G von Woermann, Lessing von Lugano und in Westfalen/Rheinland Cantor von Cyrian.


Cooper
OS-Wallach *2017 von Comilfo Plus Z x Caretino 2; Z: Andrij Milovanov; B und R: Jan Büsch

Gleich drei Paare setzte das Richtertrio mit der Wertnote 8,90 auf den zweiten Platz in der ersten Abteilung.
Als hätte jemand das Blockbuster-Vater-Pedigree in den Spiegel gehalten, so kommt Cooper unter Jan Büsch daher: In der oberen Hälfte hier Comme il faut (von Cornet Oboblensky), unten dann Balou du Rouet. Das Ramiro Z-Blut bringt die Comme il faut-Mutter Ratina Z ein.
Mutter Tanne II hat noch zwei ältere FN-registrierte Nachkommen, die bis Springpferde M platziert sind, die Großmutter Erle von Landlord x Athlet Z brachte vier gekörte Söhne und mehrere Sportpferde, die teilweise im in 1,60-Parcours unterwegs waren.


Gentle WillowBee H
Hannoveraner-Wallach *2017 von Gentleman x White Star; Z: Eventerzucht Hansen; B: Swantje und Markus  Hansen; R: Antonia von Baath


Die zweite silberne Schleife wurde Gentle WillowBee H unter Antonia von Baath angesteckt. Vater Gentleman von Grey Top x Fabriano war 2017 und 2018 Vielseitigkeits-Bundeschampion, später bis CCI-3* platziert, aber nur bis 2020 im Sport. Anlässlich seines zweiten Titelgewinns war bei E-I zu lesen: Der ungemein geschmeidige Gentleman FRH hat seit seinem Championatssieg bei den 5-jährigen im vergangenen Jahr sichtbar ausgelegt; er verkörpert mit seinem Muttervater Fabriano nochmal traditionelle hannoversche Blutströme, bevor in dritter Generation der Blüter Gernegross xx erscheint. Seine ständige Reiterin Sandra Auffarth in 2018 auf die Frage nach den väterlichen Zukunftsaussichten: "Er hat auch blutgeprägte und interessante Stuten gedeckt. Das wird noch spannend in den nächsten Jahren." Neben Gentle WillowBee H war noch Glück im Blick aus einer Josr Algarhoud xx-Mutter am Start.
Die Mutter Wijenna von White Star x Mont du Cantal AA war temporär ebenfalls unter dem Sattel von Sandra Auffarth unterwegs und platziert bis Spring- und Geländepferdeprüfungen der Klasse L.


Bentley
Holsteiner Wallach *2017 von Brantzau x Cascadello I; Z: Stefan Ratajczak; B: Katrin Herrling; R: Dorothea Feld


Mit im Bunde waren auch Bentley und Dorothea Feld. Der Holsteiner Brantzau VDL-Sohn Bentley ist ein Enkel des legendären Baloubet de Rouet, seinerzeit Olympiasieger und dreifacher Weltcup-Sieger unter Rodrigo Pessoa.
Bentleys Mutter Custoza SR von Cascadello I x Diarado x Levisto ist unter Boyd Martin (USA) auf CCI3*-Niveau und in 1,30-Springen unterwegs, bei der FEI firmiert die Stute unter Catarina. Die mittlerweile über 1.000 Nachkommen des Cascadello I hatten bis Ende 2021 mehr als 200.000 € auf den Gewinngeldkonten angesammelt, größtenteils im Parcours. Die erfolgreichsten Busch-Nachkommen sind Cinnamon Red / Josephine Schnaufer-Völkel (platziert bis CCI-3*), über den der Ex-Bundestrainer Hans Melzer im letzten Monat meinte: „… der beste deutsche 8-jährige in der Vielseitigkeit...“  und Chiara d’Amour / Jana Lehmkuhl, die im Juni 6. der Deutschen Meisterschaft der Jungen Reiter wurden und Ende Juli 10. der Europameisterschaft in Hartpury (GBR).

Spannend geht es weiter in dritter Generation mit Großmutter Coral Reef Diavista (FN: Bouquet du Ro), die unter Markus Ehning international 2*-S-erfolgreich war, ihre Halbschwester Anna Lena von Christo verzeichnet Erfolge bis 1,40. Urgroßmutter Urte von Lord verzeichnet allein fünf erfolgreiche Nachkommen mit vierstelliger Gewinnsumme, darunter Carthagena von Carthago mit über 27.000 Euro mit zahlreichen S-Siegen.


Zuccini MN
Holsteiner-Wallach *2017 von Zuccero x Cassini I; Z: Marko Neeth; B: Staade von Paepcke Eventing Horses GbR; R: Ben Leuwer

Hinter den beiden Siegern in der zweiten Abteilung gingen Zuccini MN / Ben Leuwer mit einer 8,80-Bewertung auf die Ehrenrunde.  Der dunkle Schimmel mit den großen Linien stammt ab von
Zuccero, der mit Rolf-Göran Bengtson im internationalen Springsport unterwegs ist. Vater-Vater Zirocco Blue war 2015 in Aachen Team Europameister (mit Jur Vrieling - NED), dessen väterlicher Halbbruder ist Plot Blue, der u. a. mit Markus Ehning in seiner aktiven Zeit über 1.300.000 Euro zusammengaloppierte.
Mutter Nancy Lou von Cassini I x Zuenftiger xx brachte mit Limbus den in 14 Sportjahren im Parcours bis S-2* siegreichen Lukas und neben Zuccini MN vier weitere Sportpferde.


Quellen der Recherche: FN, FEI, Horsetelex und das E-I-Archiv

Alle Ergebnisse hat die FN:

https://www.fnverlag.de/fn-erfolgsdaten/veranstaltung/37657/Finale-der-HKM-Bundeschampionate-des-Deutschen-Reit--Spring--Dressur--Vielseitigkeitspferdes-sowie-des-Deutschen-Reit--Dressur--Spring--und-Vielseitigkeitsponys-Warendorf-DOKR/resultlist/742701





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